11.04.2016 Gesprächskreis Dr. Karin Steinhäuser: Peru

Peru 11.4.2016 Gespr_Becker, Müller
Teilnehmer am Gesprächskreis

Vielfältige Eindrücke ihrer Reise nach Peru übermittelte Karin Steinhäuser den Mitgliedern und Freunden von Engage in Age durch Wort, Bild und Originalgegenstände.
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Iglesia de Santo Domingo in Lima

 

Lima, mit mehr als siebeneinhalb Millionen Einwohnern Hauptstadt des drittgrößten Staates von Südamerika, erinnert durch seinen historischen Stadtkern an die spani-schen Gründer im 16. Jahrhundert und Eroberer des Landes. Die moderne City süd-westlich der Altstadt symbolisiert mit dem Sitz von Banken, Fluglinien und Unterneh-men das bedeutendste Wirtschafts- und Kulturzentrum Perus. Am Stadtrand in den „jungen Dörfern“ leben zwei Drittel der Bewohner Limas, meist die indigene Bevölke-rung unterhalb oder am Rande der Armutsgrenze.

Lima liegt in der Costa, der 2.600 km langen Küstenwüste von Ecuador bis Chile, die aus Sanddünen, Felsbrocken und Oasen an den Flussmündungen besteht. Sie wird verursacht durch den an ihr entlang fließenden kalten Humboldtstrom, der im Wasser durch viele Meeresorganismen Fischreichtum bewirkt. Dieser dient als Nahrung für eine Vielfalt von Seevögeln und Meeressäugern, die der Tourist auf den Islas Balle-stas bewundern kann. Sehenswert sind die auf dem Wüstenplateau bei Nasca ent-deckten gigantischen Bodenzeichnungen.

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Colca-Tal in der Sierra

Landeinwärts vorbei an Arequipa im Feuergürtel Perus, dem Hauptzentrum der Verarbeitung von Alpacawolle, gelangt man auf die Sierra, dem ca. 3.500 m hochgele-genen Hochland, wo die Andenkamele: Lamas, Alpacas und Vicuñas leben. Im Col-ca-Tal, in einer der wichtigsten landwirtschaftlichen Produktionsstätten Perus, betreiben die Indios vielfach auf künstlich bewässerten, terrassierten Feldern auf verschiedenen Höhenstufen seit der Inka-Zeit vor allem mit Muskelkraft oder Tieren
intensiven Feldbau. Zu den Hauptprodukten zählen viele Obst- und Gemüsesorten, Mais, Kartoffeln u.a. Ob die Landflucht in letzter Zeit sich verstärkt, bleibt offen. Der Titikaka-See -auf 3.800 m Höhe gelegen – ist der größte Süßwassersee Südamerikas und das am höchsten gelegene schiffbare Gewässer der Welt. Mit einer Wassertem-peratur von 8° bis 10° wirkt er als Wärmespeicher für die umliegende Region. So können die Bauern auf dem kalten Hochland extensive Viehwirtschaft und Landwirtschaft auf kleinen Parzellen mit Holzpflug und Tieren für den Eigenbedarf betreiben. Sie bauen Pflanzen mit geringem Anspruch an den Boden an und ernten gehaltvolle Grundnahrungsmittel. Dazu gehören Kartoffeln, die hier beheimatet sind, und das Pseudogetreide Quinoa. Dennoch musste Peru Lebensmittel einführen.

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Sonnentempel in Machu Picchu

Im Kern des Hochlands liegt Cuzco, Hauptstadt der Inkas und größtes Touristenzentrum Perus seit der Wiederentdeckung von Machu Picchu 1911. Das Herz der Stadt bildet wie zur Zeit der Inkas die rechteckige Plaza de Armas mit Prachtgebäuden der Spanier auf den Ruinen der Inkabauten. Das berühmte Gemälde „Das letzte Abendmahl“ eines Quechua-Künstlers in der Kathedrale gilt als Beispiel der Cuzco-Schule, die im 18. Jahrhundert europäische Kirchenmalerei mit indigenen Vorstellungen kombinierte. Jüngst freigelegte Teile des Sonnentempels belegen die Architektur der Inkas wie perfekt gemeißelte Steine, millimetergenaue Maße, Trapezform der Eingänge als Erdbebenschutz, Mauern ohne Mörtel, stabilisiert durch Stahlklammern.

Machu Picchu, die von den Spaniern unberührte Ruinenstadt der Inka, liegt am Rande der Selva, des östlichen Regenwaldgebiets, nordwestlich von Cuzco in ca. 2.400 m Höhe. Sie wurde weltberühmt wegen der Schönheit ihrer Lage auf einem Bergrücken und als archäologische Stätte aufgrund der hohen Qualität der architektonischen Entwicklung und der Kunst der Steinarbeit. Machu Picchu – eingetragen in die Liste des Weltkulturerbes – ist eins der begehrtesten Touristenziele Südamerikas.

Für das rege Interesse der Teilnehmer bedankte sich die Referentin.

Karin Steinhäuser

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